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Im Mittelpunkt steht der Mensch Drucken E-Mail
Geschrieben von: SUB (BZ)   
22.04.2015

Eigentlich lädt der Musikverein Bernau immer in der Weihnachtszeit zu seinem Jahreskonzert ein. Wegen der Kurhaussanierung musste der Termin verschoben werden: Im sanierten Gebäude hörten die vielen Zuhörer am Wochenende nun ein schönes, spritziges und hochkarätiges Konzert. Überschrieben war es mit dem Titel "Menschen" – die Musiker boten ein buntes, weit gefächertes und anspruchsvolles musikalisches Repertoire.

Mit diesem ersten großen Konzert hat das umgestaltete Kurhaus zugleich seine Feuerprobe in Sachen Akustik sowohl in den vorderen als auch hinteren Zuhörerreihen bestens bestanden. Und auch die Akteure selbst haben sich nach kurzer Anpassungszeit auf der vergrößerten und modern gestalteten und ausgeleuchteten Bühne recht wohl gefühlt.

Der Musikverein bot sein Konzert wie immer in zwei Aufführungen – am Samstag traditionell, am Sonntag dann als Stuhlkonzert, was bei den weit mehr als zweihundert Musikfreunden diesmal einen größeren Anklang fand.

Erstmals glänzte Alexander Köpfer mit seiner lockeren, unkomplizierten, charmanten, witzigen und informativen Ansage. Dem Publikum gefiel’s.

 


Dirigent Rolf Schmidt hatte zum Konzertthema passende, bekannte, beliebte und gern gehörte Musikstücke aus verschiedenen Klangwelten (klassisch, modern, aktuell) ausgesucht, die ohne Ausnahme vom Orchester großartig, überzeugend, begeisternd, voller Harmonie und stimmungsvoll mit verschiedenen solistischen Facetten dargeboten wurden.

Auf den Abend eingestimmt wurde das Publikum mit "Campus Intrada", einer kurzen prägnanten Melodie, mit einer Vielfalt musikalischer Richtungen von Fanfarenklängen bis Jazzsequenzen und Popmusik des bekannten und populären holländischen Komponisten Jacob de Haan. In Paul Burkhards bekanntestem Lied "O mein Papa" glänzte Johannes Köpfer mit seinem Trompetensolo. Belohnt wurde er mit stürmischem Applaus und Bravorufen.

Schwingende Walzermelodien erfüllten das Kurhaus und begeisterten das Publikum bei den "‚Nachtschwärmern" von Carl Michael Ziehrer. Vom Komponisten des bekannten Marsches "Alte Kameraden", Carl Teike, erklang der nicht weniger bekannte, flotte und zünftige Marsch "Graf Zeppelin", wie auch die bekannte Ouvertüre zu "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé, meisterhaft vom Musikverein dargeboten durch die nuancierte musikalische Wiedergabe der Stimmungen, von sentimental bis übersprudelnd, turbulent und temperamentvoll, technisch sauber und hervorragend intoniert mit einem bewundernswerten Tempo, wonach die Akteure eine Pause verdient hatten.

Den zweiten Teil eröffnete das Orchester mit dem weltbekannten Stück "Hymne und Triumphmarsch" aus der Oper ‚Aida‘, von Giuseppe Verdi zur Eröffnung des Suez-Kanals komponiert. Die Wahl sei treffend, fand Conférencier Alexander Köpfer, schließlich sei das umgebaute Kurhaus nun eröffnet worden – und Wasser gebe es im Kurpark auch.

Suez-Kanal oder Kurparkweiher, der Musikverein begeisterte und überzeugte mit den klassischen Trompeten und Fanfaren. Bei der Musicalmelodie "The Fiddler on the roof" aus Anatevka waren die Klarinetten mit solistischen Einlagen, das Schlagzeug mit einem temperamentvollen Wirbel, sowie die Flöten mit verhaltenem Spiel zu hören.

Der musikalische Wechsel spiegelte sich in dem Bossa nova "The girl from Ipanema" wider. Alexander Köpfer gelang dabei ein hingebungsvolles Trompetensolo, das vom Publikum gefeiert wurde.

Wer kennt nicht den Welterfolg "I will always love you" aus dem Film "Bodyguard" von Whitney Housten nicht? In Bernau wurde der Song von Nicole Schmidt dargeboten, wobei ihr ihre solistische Gesangspremiere sehr gut gelang. Auf dem Saxophon wurde sie von Jana Bockstaller begleitet.


Zum Schluss kam Udo Jürgens (Dirigent Rolf Schmidt in einem weißen Bademantel) auf die Bühne – das Publikum hörte Highlights des großen Entertainers. Zwei Zugaben erklatschten sich die Zuhörer. Nach einem Michael Jackson-Song, von Mädchen und jungen Frauen temperamentvoll vorgetragen, machten sich die begeisterten Gäste auf den Heimweg.